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STADTKLANGNETZ Konferenz 2011 - Workshops: Auftaktveranstaltung "Singen in der Schule - Perspektiven und Möglichkeiten" Zeit: Freitag, 18. November, 9.30 - 10.30 Uhr Nach jahrzehntelanger Skepsis kehrt das Singen derzeit an vielen Stellen massiv zurück, vor allem auch in die Schulen, für die in vielen Bundesländern große und kleine Singprogramme entstanden sind, oft in Kooperation mit Musikschulen, Hochschulen und freien Sängern und Gesangspädagogen. Die StadtKlangNetz-Konferenz 2011 thematisiert die Möglichkeiten, die diese Rückkehr des Singens in den Musikunterricht für ästhetische und kulturelle Bildungsprozesse, für kreatives, selbstbestimmtes und individuelles Lernen sowie für eine kreative Erneuerung von Schule und Unterricht eröffnen. Bei der Autaktveranstaltung stehen dabei drei Singprogramme im Mittelpunkt, die in enger Kooperation mit Musikhochschulen umgesetzt werden und die somit eng mit dem Aus- und Weiterbildungskontext von Musiklehrern und Vokalpädagogen rückgekoppelt sind. Hierbei fiel die Wahl auf die Konzepte "Primacanta" (Frankfurt), "SMS - Singen macht Sinn" (Ostwestfalen-Lippe), "Stimm:Bildung" (Düren/Köln). Diese Programme repräsentieren sowohl unterschiedliche pädagogische Ausrichtungen als auch unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen im Bereich vokalzentrierter Musikpädagogik. Vokale Intervention I Leitung: Bernhard König (Komponist, Musikervermittler, Interaktionskünstler - Büro für Konzertpädagogik Köln) Zeit: Freitag, 18. November, 9.30 - ca. 9.45 Uhr Impulsreferat: Die Rückkehr des Singens in die Schule - Chancen, Risiken, Nebenwirkungen Referent: Prof. Werner Rizzi (Musikpädagoge, Folkwang Universität Essen) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 10:00 - 10:30 Uhr In seinem Impulsvortrag reflektiert Prof. Werner Rizzi, Musikpädagoge die aktuelle Singbegeisterung vor dem Hintergrund der Funktionen und Bewertungen des Singens (in der Schule) im Wandel von Zeit und Zeitgeist. War die zwischenzeitliche Skepsis gegenüber dem Singen ein Denkfehler? Was können wir von ihr lernen? Und welche Chancen und Möglichkeiten birgt die Rückkehr des Singens in die Schule? Vorstellung und Diskussion Singprogramme Referenten (Präsentation Singprogramme): Oliver Knieps / Primacanta (Lehrer und Projektleiter Frankfurt), Prof. Heike Arnold-Joppich, / SMS - Singen macht Sinn (Musikpädagogin, HfM Detmold), Nina Dyllick / Stimm:Bildung (Lehrerin und Projektleiterin Köln) Referenten (Diskussion Singprogramme): Dieter Schnebel (Komponist, Berlin), Natascha Nikeprelevic (Vokalistin/composer-performer, Köln), Dr. Barbara Hoos de Jokisch (Sängerin & Gesangspädagogin, Fulda / Bund Deutscher Gesangspädagogen) Moderation: Thomas Gläßer (StadtKlangNetz, Köln) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 10:45 - 13:30 Weitere Informationen: www.singen-macht-sinn.de www.primacanta.de www.anne-frank-gesamtschule.de/index.php?id=172 Vokale Intervention II Leitung: Natascha Nikeprelevic (Vokalistin/composer-performer, Köln) Zeit: Freitag, 18. November, 15:00 - 15:15 Uhr Inspiriert von dem Prinzip der Wechselwirkung von Aktion und Reaktion wird Natascha Nikeprelevic gemeinsam mit den Teilnehmenden ein “dialogisches Chorstück“ entstehen lassen. Dabei kommen musikalische Konzepte zur Anwendung, bei deren Umsetzung es auf ein Zusammenspiel von Improvisation und Kommunikation ankommt. Die Vokalistin fungiert dabei als musikalisch aktives Vorbild; leitet singend an, kultiviert neues Klangmaterial, setzt überraschende Impulse. Solistische und chorische Passagen gehen dabei fliessend ineinander über. Geräusche, Atem, Klangflächen und phonetische Miniaturen verbinden sich unter ihrer Leitung zu einem strukturierten Ganzen. Natascha Nikeprelevic lädt mit ihrem “dialogischen Chorstück“ dazu ein, das weitgehend übliche Verhältnis zwischen Chor/Chorleitung und Notation/Improvisation aufzulösen und in eine unmittelbare musikalisch-kreative Interaktion hinein zu führen. Gespräch mit Dieter Schnebel Glossolalie, Maulwerke, Atemzüge, Schulmusik - von Chaos und Ordnung, Geschichte und Aufbrüchen Referenten: Dieter Schnebel (Komponist, Berlin) und Bernhard König (Moderation) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 15:15 - 16:15 Uhr In Dieter Schnebel personifizieren sich zentrale Entwicklungsphasen der Neuen Musik - von der frühen Wiederentdeckung Anton Weberns über die Blütezeit der experimentellen Avantgarde bis hin zur späten Rückkehr zu sinfonischen und oratorischen Großformen. Schnebel war aber auch ein engagierter Vorkämpfer für vieles, das heute selbstverständlich ist: Komponieren für Laien. Neue Musik für die Schule. Uraufführungen in Kirchenräumen. Theatralisch inszenierte und filmisch bebilderte Konzerte. Selbst um den schlichten Umstand, dass auf einer Neue-Musik-Bühne nicht bloß Instrumentalklänge zu hören sind, sondern auch Gesungenes und Gesprochenes, musste in den späten 50er und frühen 60er Jahren mit hohem konzeptionellen und argumentativen Aufwand gerungen werden. Moderator Bernhard König zählt zu einer Komponistengeneration, die Schnebels "sichtbare" und "denkbare Musik" bereits als Klassiker kennen gelernt haben und die sich heute unbekümmert auf so manchem breiten Pfad bewegen dürfen, den dieser als einer der ersten für die Neue Musik gangbar gemacht hat. Workshop: spielBar - Kompositionen und Anregungen für die künstlerisch-pädagogische Praxis Referenten: Melvyn Poore / Matthias Handschick Zeit: Freitag, 18. November 2011, 16.30 Uhr - 18.00 Uhr Neue Musik macht Spaß, denn sie fordert Konzentration und setzt Kreativität frei. Der experimentierende Umgang mit dem Phänomen Klang und seinen Parametern vermittelt dabei Profis wie Laien neue Einblicke in unser Hörverhalten und das Ausdruckspotenzial verschiedener musikalischer Materialien. Die spielBar, ein Projekt der musikFabrik, lädt ein zum Lesen, Denken, Hören, Diskutieren, Gestalten und Mitgestalten Neuer Musik. Der Workshop stellt das Konzept der spielBar sowie einige Musikkonzepte, bei denen unsere Stimme gefragt ist, vor. Vortrag und Workshop: Synthetische Stimmen - Einführung und pädagogische Perspektiven Referent: Hubert Steins (Klangkünstler und Mediepädagoge, Köln) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 16:30 - 18:00 Uhr Die menschliche Sprache und ihr Medium, die Stimme hat sich bislang der technischen Reproduktion entziehen können. Noch immer ist die künstliche hervorgebrachte Sprache von Maschinen der Flexibilität des menschlichen Sprechapparats weit unterlegen. Dennoch aber ist vor allem in der Popmusik die künstliche Roboterstimme ein beliebtes Stilmittel, und wer heute in den Charts genau hinhört, wird erkennen, dass im Pop dank der Software Autotune das Zeitalter der digitalen Stimmkosmetik längst begonnen hat und die Unterscheidbarkeit zwischen menschlicher und künstlicher Stimme zunehmend verschwimmt. In seinem Vortrag wird Hubert Steins einen historischen Überblick über das Faszinosum der künstlichen Stimme geben, namhafte Vertreter der Musik und Medienkunst vorstellen, die sich künstlicher Stimmen bedienten und einfache Verfahren der Stimmsynthese vorführen, die im Unterricht etwa bei der Produktion von Hörspielen verwendet werden können. Workshop: Kollektive Expressivität - Linklater-Stimmtraining in der Chorarbeit Referent: Michael Petermann (Dirigent und Linklater-Stimmlehrer, Hamburg) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 16:30 - 18:00 Uhr Stimmtraining nach Linklater ist in den USA seit Jahrzehnten fester Ausbildungsbestandteil für darstellende Künstler und wird an zahlreichen Universitäten und Hochschulen gelehrt, mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum. Ein lückenlos aufgebauter Übungsverlauf stellt dem eloquenten Geist die Stimme als sein natürliches Instrument zur Seite, willens und bereit, durch Gedanken und Empfindungen geformt aber nicht behindert zu werden. Michael Petermann ist Dirigent und wurde von Kristin Linklater persönlich ausgebildet. Er hat das Linklater-Lehrwerk um musikalische Kriterien ergänzt und weiterentwickelt. In seinem Hamburger Studio lehrt er damit Singen auf der Bühne. Der von ihm bis 2008 geleitete Franz-Schubert-Chor wendete das Linklater Training als praktische Stimmbildung an. Übungsziel war die Abkehr von roboterhaften, leeren Einsingübungen hin zu einem expressiv grundierten Aufwärmen der Stimme. Über den ganzen Probenverlauf wurde den Chorsängern ermöglicht, ihre eigene Expressivität zu entfalten und sich gleichzeitig auf das Ziel einer gemeinsamen Aufführung auszurichten. In 90 Minuten gibt Petermann eine kurze Einführung in die Grundlagen des Linklater Stimmtrainings und stellt einige Übungen praktisch vor. Diese umfassen Körperbewusstsein und Entspannung, Nicht-auditive Wahrnehmung von Klang im Körper sowie die Aufgabe von muskulärer Stütze zugunsten eines genauen Denkens von Klängen und Tonhöhen. Für die Teilnahme ist bequeme Kleidung hilfreich, aber keine Voraussetzung. Vortrag und Vokale Intervention III "Evening Song": Choral Theatre - Composing, Singing and Performing Across Contexts and Styles (English) Referent: Orlando Gough (Komponist, Brighton) Zeit: Freitag, 18. November 2011, 18:30 - 20:00 Uhr Orlando Gough will introduce his work generally, and talk in particular about three projects: The Singing River, a site-specific piece on the River Neckar, Stuttgart, for 12 choirs, 18 boats, two cranes and a locomotive; Swarm, a site-specific event about crowd behaviour, for marauding chorus; and On Off, an opera about electricity, or rather the lack of electricity, for young people. He will finish with a short workshop based on sections from Swarm. Vokale Intervention IV "Morning Song": Warm-up Referentin: Barbara Hoos de Jokisch (Sängerin & Pädagogin, UdK Berlin / Bund Deutscher Gesangspädagogen) Zeit Samstag, 19. November 2011, 10:00 - 10:30 Uhr Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die drei Funktionskreise der menschlichen Stimme - Energieerzeugung, Klangerzeugung, Klangformung - folgt ein praktischer Teil mit vielfältigen Übungen, die auch im Schulunterricht eingesetzt werden können. So wird die Arbeit an Haltung und Atmung, Stimmbandschluss und Stimmregister, Artikulation und Resonanz angeleitet. Am Schluss mündet das Warm-up in ein gemeinsames Lied. Der Workshop ersetzt keine Gesangsausbildung oder ein Gesangspädagogikstudium! Er kann jedoch einen Einblick in die professionelle Arbeit am körpereigenen Instrument "Stimme" geben und macht hoffentlich Lust auf Um- und Fortsetzung - wo auch immer... Workshop: Der notenlose Chor - Chorarbeit in improvisierter Mehrstimmigkeit Referent: Prof. Dr. Jürgen Terhag (Musikpädagoge, HfMT Köln) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 10:30 - 12:00 Uhr In diesem Kurs wird als eine zeitgemäße Form der Ensemble-Leitung das "Live-Arrangement" vorgestellt, bei der Musik "live" während der Einstudierung entsteht. Das zentrale Ziel der Chorarbeit im Live-Arrangement besteht darin, ein Vokalensemble, eine Schulklasse oder jede beliebige andere Gruppe zu befähigen, lediglich aus einem Lead-sheet, einer Textvorlage (evtl. mit Akkordsymbolen) oder sogar völlig "papierlos" interessante und abwechslungsreiche mehrstimmige Chorsätze zu entwickeln. Dies wird vor allem durch wiederholtes Singen mit instrumentaler Begleitung nach der Methode des Live-Arrangements erreicht, wie sie in diesem Kurs für die Chorarbeit präzisiert wird. Die Chorleitung verlagert sich dabei vom Dirigat zur melodischen Inspiration und zur akkordisch-rhythmischen Begleitung. Die Leitung eines Chors wird dadurch aber nicht etwa unwichtiger, ganz im Gegenteil: Sie bestimmt nicht mehr nur, wie gesungen wird, sondern muss auch alle Chormitglieder immer wieder neu dazu inspirieren, was sie singen können. Methodische und musikalische Grundsätze: Hoher Bewegungsanteil, maximale Singaktivität, große Flexibilität aller Chormitglieder, intensives Hören und verbesserte Intonation, schrittweise Entwicklung der Mehrstimmigkeit Literatur: Jürgen Terhag: Warmups. Mainz, Schottmusic 2009 Jürgen Terhag / Jörn Kalle Winter: Live-Arrangement. Mainz, Schottmusic 2011 Workshop: Voice Extensions - sounds and noises beyond singing (English) Referentin: Maja Ratkje (Vokalistin und Komponistin, Oslo) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 10:30 - 12:00 Uhr Maja will include all participants in an active workshop where we focus on the voice in relation to body and mind, and the voice as an instrument. We will go through some of her exercises developed through more than 15 years of professional practice. At the same time she will also reflect on principles of composition and form. Anyone can participate, regardless of background. Workshop: Angewandte Stimmphysiologie Referent: Martin Landzettel (Leiter Lichtenberger Institut für angewandte Stimmphysiologie) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 10:30 - 12:00 Uhr Hand und Stimme In ihrer evolutionären Entwicklung sind Hände und Kehlkopf auf das Engste miteinander verbunden. Der wachsende äußere Wirkungsgrad der Hände wurde über wiederholte Wasserperioden, dem "Schwingklettern" der Baumperiode bis über ihre Freiwerdung durch den aufrechten Gang zur maßgeblichen Prägung des inneren Körpers, insbesondere des Atemventils und damit der Stimmfunktion. Beobachtet man Hände während gesanglicher Anforderungen, werden diese oft zum Spiegel stimmlicher Probleme und Kompensationen. Doch ebenso kann eine Sensibilisierung der Hände zum Schlüssel für Stimmentwicklung werden. Der Workshop bietet praktische Herangehensweisen für eine sensorische Erschließung der anatomischen, neurologischen und strukturellen Verbindungen zwischen Hand und Stimme. Die an sich schwer zugängliche Physiologie des inneren Kehlkopfes wird erfahrbar und es eröffnen sich neue Perspektiven für Gesang, Sprache, Instrumentalspiel, Pädagogik, Therapie und nicht zuletzt für die Eigenentwicklung. Vortrag: Vom Ver-Rücken der Phänomene - Reflexionen über neuere Wirklichkeiten von Stimmen am Beispiel des Radioballetts der Gruppe Ligna Referentin: Prof. Kristin Westphal (Erzieungswissenschaftlerin, Universität Koblenz-Landau) Zeit: Samstag, 19. November, 12:30 - 13:15 Uhr Das Thema des Stimmlichen hat vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Verständnisses von Kultur im letzten Jahrhundert zunehmend an Bedeutung bekommen. Hinzu kommt, dass die Stimme unter den Bedingungen der technischen Apparaturen eine Umorientierung erfahren, die zu neuen kulturellen Praxen im Verbund mit taktilen, visuellen oder räumlichen Medien geführt hat. Sie werfen Fragen danach auf, wie die neuen Medien unsere Erfahrungen anders strukturieren als bisher. In den Vordergrund tritt in der Erforschung kultureller/medialer Praxen die Stimme in konkreten Handlungsvollzügen und im Zusammenhang von Medien sowie in der Frage zum Verhältnis von "Natürlichkeit" und "Künstlichkeit". Vokale Intervention V Leitung: Frank Stanzl (Organist/Kantor, St. Georg Köln) Zeit: Samstag, 19. November, 13:15 - 13:30 Uhr Workshop: MundArt - vom Vokalspiel zur Neuen Musik Referent: Prof. Peter Ausländer (Aktionskünstler, Musik- und Kunstpädagoge, FH Bilefeld) Zeit: Samstag, 19. November, 15:00 - 16:30 Uhr Du hast kannst nicht singen? Aber du hast eine Stimme - oder? Du bist nicht musikalisch? Aber du kannst hören - oder? Mehr braucht es nicht. Wir werden Vokalspiele und musikalischen Maulereien ausprobieren - und auch singen. Und dabei merken, dass wir uns mit unserer Stimme auf sehr verschiedene Weise Gehör verschaffen können. Dabei darf (und soll) jede Stimme so klingen, wie sie klingt. Es wird jedenfalls Musik entstehen, Neue Musik. Und es wird sich vermutlich als gelungene Kunst erweisen, was da entsteht… Wir werden Komponisten wie Johannes Fritsch, Mattias Spahlinger und Christian Wolff begegnen. Und gelegentliche Grenzüberschreitungen ins szenische Spiel werden sich - spaßeshalber - nicht vermeiden lassen. Für Leute, die selbst Probleme mit der Stimme haben, und für Leute, die mit Leuten zu tun haben, die sich nicht zu singen getrauen, weil sie - zu Recht oder zu Unrecht - der Meinung sind, es nicht zu können. Und für Leute, die Probleme mit Neuer Musik haben bzw. die mit Leuten zu tun haben, denen eine Auseinandersetzung mit Neuer Musik widerstrebt, weil sie - zu Recht oder zu Unrecht - der Meinung sind, diese nicht verstehen zu können. Workshop: Geräuschgeschichten Referent: Sebastian Fuchs (Sprechkünstler und Beatboxer, Berlin) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 15:00 - 16:30 Uhr Dieser Workshop führt Euch ins Reich der Geräusche und weiter: zu Eurem eigenen Instrument. Nur mit Ohr, Stimme und Atem ausgerüstet, werden wir einigen Sounds auf den Grund gehen und versuchen sie einzufangen. Wir starten mit einer Bestandsaufnahme: Welche Grundgeräusche gibt es und wie kann ich aus ihnen komplexe Klanggebilde herstellen? Dann hören wir hin: Wie klingt das Prasseln von Regen, wie ein laufender Motor, eine knarrende Tür und was muss ich für deren Imitation beachten? Und schließlich: Welche Einzelgeräusche hat eine Klospülung oder eine fahrende S-Bahn und wie können wir diese im Ensemble zum klingen bringen? Die Arbeit mit Geräuschen, ihr genaues Erlauschen, ihre Nachahmung und musikalische Umsetzung macht nicht nur großen Spaß, sondern bietet für Gehörbildung, Lautformung, Phonetik, Formbildung usw. reizvolle musikpädagogische Möglichkeiten. Vortrag und Workshop: Die Stimme ist der Muskel der Seele - Stimmarbeit nach Roy Hart Referentin: Susanne Weins (Stimmlehrerin und - künstlerin, Düsseldorf) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 15:00 - 16:30 Uhr Alfred Wolfsohns Allegorie der Stimme entsprach leibhafter Erfahrung. Als Sanitäter prägten traumatische Kriegserfahrungen den jungen musischen Menschen. Er hörte, dass die menschliche Stimme weit mehr vermag, als ihr in gesellschaftlichen Kontexten zugestanden wird. Grauen und Schönheit, Intensität und Zerbrechlichkeit sind Aspekte einer Ästhetik, die keine Angst vor den Abgründen der menschlichen Seele hat. Sein Lebenswerk bestand darin, diese Erfahrungen in künstlerischen Ausdruck zu bringen. Die A.Wolfsohn/R.Hart Stimmarbeit beinhaltet einen breitgefächerten ganzkörperlichen Arbeitsansatz, der Präsenz und Vorstellungskraft auf existenzielle Weise erweitern will. Neben Wohlklängen stehen Stimmklänge im Fokus, die keiner ästhetischen Norm entsprechen und vielmehr mit individuellen Erfahrungen und Gefühlen einhergehen wie Seufzen, Ächzen, oder Geräusche des Ekels, tierische Laute, gebrochene und polyphone Klänge. Nach den Erfahrungen der Roy Hart Tradition profitieren sowohl Sprech-, als auch Singstimme von der Integration menschenmöglicher Stimmfähigkeit. Sie macht das Klangfarbenspektrum fassettenreich und flexibel. Auch für die chorische Arbeit hat sich die "ganze Stimme" bewährt. Sie erschließt nicht nur die Potentiale des persönlichen und künstlerischen Ausdrucks, sondern greift auch gruppendynamische Prozesse auf, um sie für den Gesamtklang kreativ einzubinden. Susanne Weins gibt einen Einblick in die Geschichte der Roy Hart/Alfred Wolfsohn Stimmarbeit und zeigt anhand praktischer Erfahrung wesentliche Ansätze dieser Stimmarbeit auf. Gespräch: Wesentliche Gesänge - Musikerfahrung zwischen Ästhetik und Wirkung Referenten: Rupert Huber (Dirigent und Komponist, Salzburg) im Gespräch mit Thomas Gläßer (Musiker, Köln) Zeit: Samstag, 19. November 2011, 16.45 - 17.30 Uhr Der Dirigent und Performancekünstler Rupert Huber ist nicht nur ein renommierter Dirigent, der sich u.a. durch seine Zusammenarbeiten mit zahlreichen Rundfunkchören und -orchestern, den Salzburger Festspielen oder der RuhrTriennale einen Namen gemacht hat, sondern er widmet sich seit vielen Jahren intensiv der musikalischen "Wirkungsforschunge" und einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Schamanismus Nepals und den dort gepflegten Heilgesängen. Im Gespräch mit Thomas Gläßer lotet er das Spannungsfeld aus, das sich auf seiner Suche nach "wesentlichen Musikerfahrungen" zwischen seiner Dirigententätigkeit mit Schwerpunkt im Bereich Neuer Musik und seinen nepalesischen Exkursionen eröffnet. Gespräch: Abschlussrunde mit Beobachtern der Konferenz Referenten: N.N. Zeit: Samstag, 19. November 2011, 17.30 - 18.15 Uhr Wie im letzten Jahr werden mehrere Beobachter der Konferenz ihre subjektiven Eindrücke von der Konferenz zusammenfassen und dabei ihre unterschiedlichen profesionellen Rollen als Lehrer, freier Künstler oder Musikvermnittler einbringen. Vokale Intervention VI "Ausklang" Leitung: Peter Ausländer (Aktionskünstler, Musik- und Kunstpädagoge, Vlotho) Zeit: Samstag, 19. November, 18:15 - 18:30 Uhr TAGESWORKSHOPS: Tagesworkshop: Voice and Movement (english) Referentin: Angelique Willkie (Tänzerin und Sängerin, Brüssel) Zeit: Sonntag, 20.November 2011, 10:00 - 17:00 Uhr In diesem Workshop exploriert die in Belgien lebende jamaikanische Tänzerin und Sängerin Angelique Willkie (C. de la B., Zap Mama u.a.) mit den Teilnehmern die Möglichkeiten, der Stimm- und Musikentwicklung aus der (tänzerischen) Bewegung: "Traditionell ist Musik eine von außen kommende Unterstützung für den Tanz. Ich schlage vor, dass die Teilnehmerinnen mit der Stimme schaffen und performen, aus der und in der Bewegung. Die Techniken der Stimm- und Bewegungsimprovisation können sehr ähnlich sein. Sie stammen vom gleichen Instrument:dem Körper. Wir verwenden Bewegungsimprovisation und Stimmübungen, um zum Atem als primärer Quelle für Bewegung und Stimme zu gelangen. Durch Bewegungsimprovisationen entdecken die TeilnehmerInnen für ihre individuellen Körper organische Bewegung. Ähnlich entdecken, erforschen und schaffen sie Geräusche und Musik, die für ihr Stimminstrumentorganisch sind, indem sie die Quelle des Klanges im Körper stärker wahrnehmen. Wir nutzen Bewegung um zu Klang und Klang um zu Bewegung zu kommen. Wir erforschen die Stimme in individuellen und kollektiven Improvisationen, initiiert und unterstützt von tänzerischer Bewegung. Die TeilnehmerInnen werden ihre Stimmen nutzen, um ihre eigene Bewegung oder die anderer zu begleiten oder in der Gruppe eine polyphone Stimmimprovisationen und Begleitungen zu kreieren. In jedem Fall geht es um den totalen Einsatz des Performanceinstruments, der die TeilnehmerInnen ermutigen soll, gleichzeitig ihr Bewegungsvokabular, ihre Stimmpotentiale und die Beziehung zwischen ihrer Bewegung und ihrer Musik zu erforschen. Die Arbeit soll TeilnehmerInnen ermutigen, ihre Stimme zu gebrauchen, heißt jedoch auch alle willkommen, die Stimmarbeit machen und nur geringe Bewegungserfahrung haben." In Jamaika geboren,lebt Angelique Willkie in Brüssel und arbeitet international als Tänzerin, Sängerin und Dramaturgin, u.a. mit Zap Mama, Needcompany und les Ballets c. de la B. Sie unterrichtet lange regelmäßig u.a. bei Ultima Vez / Wim Vandekeybus, SEAD Salzburg, Charleroi Danse und Impulstanz. Tagesworkshop: Body Mind Centering - verkörperte Funktionen von Atem und Stimme Referent: Jens Johannsen (Bewegungslehrer Berlin) Zeit: Sonntag 20.November 2011 10:00 - 17:00 Uhr Bewegung in der Kehle - Von der Anatomie der Stimme zu ihrem Tanz: In diesem Seminar erkunden wir anhand der anatomischen Strukturen zunächst das Terrain der Stimme - vom Zwerchfell über den Kehlkopf zu den Resonanzräumen. Wie lokalisiere ich diese in mir, wie nutze ich sie, wie führe ich andere dahin diese in sich zu finden. Gefühlvolles Tönen und Erdung in allen Körperstrukturen sind Stichworte. Der ganze Körper ist nicht nur als Resonanzraum beteiligt - jede Nuance gibt Farbe, jede Emotion Charakter. Aus einem eher technischen Ansatz wird Spiel mit und aus diesen Strukturen. Der Gebrauch der Stimme wird erleichtert, die Ausdrucks-Möglichkeiten durch bewusstes Verkörpern der an der Lautformung beteiligten Elemente fast unbegrenzt erweitert. Eigene Erfahrung schärft das Gehör für Stimmnuancen, ein Analysetool für Gebrauch und Pädagogik wird gebildet. Der Tänzer, Bewegungspädagoge und -therapeut Jens Johannsen erforscht seit 1978 die Zusammenhänge von Körper, Geist und Bewegung. Seine Studien in Theater, Tanz, Stimme, Yoga und Meditation führten ihn bereits Anfang der 80er Jahre zum Body-Mind Centering®. Seit 1992 ist er als Ausbilder in dieser Methode international tätig. Er leitet BMC-Trainings in Deutschland, England und Brasilien. Zu seinen Lehrern, was die Stimme angeht, gehören Matt Mitler, Bonnie Bainbridge Cohen und das Grotowsky Laboratorium. Tagesworkshop: Stimme und Szene - Exkursionen in graphisch notierte Musik Referentin: Prof. Angelika Luz (Sängerin, HfMdK Stuttgart) Zeit: Sonntag, 20.November 2011, 10:00 - 14:30 Uhr In diesem Workshop wird ein Brückenschlag von fremdartigen ethnischen Gesangstechniken zu den Notationen zeitgenössischer Komponisten hergestellt. Was erwartet uns: Hören, Ausprobieren, die Einbeziehung von Raum und Szene in der Gestaltung graphischer Partituren, die Song Books von John Cage, ein lustvoller Umgang mit Neuer Musik und eine Erweiterung des Stimm-Horizonts. Angelika Luz war nach ihrer Gesangs- und Klavierausbildung an der Stuttgarter Musikhochschule als Koloratursopranistin an zahlreichen Bühnen Europas, darunter darunter Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Hamburg und Opernhaus Zürich, engagiert. Ihr Rollenspektrum reicht von Monteverdis Poppea über Mozarts Königin der Nacht bis zum Musiktheater und Schauspiel der Gegenwart. Zahlreiche Rundfunk- und CD- Aufnahmen und Auftritte bei allen wichtigen internationalen Festivals dokumentieren die Hinwendung der Sängerin zur Zeitgenössischen Musik, wo sie neben solistischen Auftritten und Solo-Performances bis 2006 auch mit den Neuen Vocalsolisten in musikalischer und experimenteller Arbeit verbunden war und in enger Zusammen arbeit mit KomponistInnen unzählige Uraufführungen gesungen hat. Als Solistin arbeitet Angelika Luz mit Orchestern und Kammermusikensembles wie Ensemble Modern, ensemble recherche oder dem Klangforum Wien. An der Musikhochschule Stuttgart unterrichtet sie seit 1998 Neue Vokalmusik und stellt mit dem von ihr gegründeten ensemble v. act immer wieder Produktionen vor, die Musik, Szene und Multimedia in Verbindung setzen. Als Professorin betreut sie seit 2007 den Studiengang Master Neue Musik/Gesang. Seit 2011 leitet sie an der Musikhochschule Stuttgart das "Studio für Stimmkunstund Neues Musiktheater". Meisterklassen, Kurse und Workshops leitete sie am Mozarteum Salzburg, an der Universität Tilburg, den Musikhochschulen Karlsruhe und Trossingen und Dresden, beim Bundeskongress Deutscher Gesangspädagogen, dem Goethe-Institut Stockholm, beim Heidelberger Frühling, an der Universität Halle, der Hochschule Luzern u.a. Tagesworkshop: Wirkungssingen Referent: Rupert Huber (Dirigent, Komponist, Performancekünstler, Salzburg) und sumnima.arts (Tänzerin und Körperarbeit, Salzburg) Zeit: Sonntag, 20. November 2011, 10:00 - 16:00 Uhr Der Dirigent und Performancekünstler Rupert Huber und sumnina.arts erforschen seit vielen Jahren die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist, Stimme und Gesang, wobei der intensiven Auseinandersetzung Hubers mit dem Schamanismus Nepals und den dort gepflegten Heilgesängen eine zentrale Bedeutung zukommt. Im Workshop "Wirkungssingen" versuchen sie einen intensiven Einblick in diese Auseinandersetzung zu vermitteln. Mit "Wirkungssingen" ist ein Gesang gemeint, der entweder eine Wirkung auf Ausführende und Zuhörer induziert oder als Folge einer Wirkung von außen auf den Sänger selbst entsteht. Die Wirkung ist körperlich-mental und kann sich als Erleben von Kraft, Leichtigkeit, Wärme, Gefährlichkeit, Liebe, Mut etc. äußern. Wirkungsgesänge entstehen generell aus einer Disposition möglichster Offenheit aller Sinne und Selbstvergessenheitheraus: Nicht "Ich singe", sondern "Es singt aus mir". Der so entstehende Gesang ist weniger persönlich als vielmehr überpersönlich und entsteht angesichts eines wesenhaften Gegenübers. Bitte für die Körperarbeit mit sumnima.arts bequeme Sportbekleidung mitbringen. Der Dirigent, Komponistund Performancekünstler Rupert Huber ist, nicht zuletzt wegen der hohen konzeptionellen Qualitäts einer Programmgestaltung, international gefragt. Sein Hauptarbeitsfeld liegt in der Zusammenarbeit mit den Sinfonieorchestern und Chören der ARD und des ORF. Chefpositionen hatte er inne bei SWR und WDR, war Chordirektor der Salzburger Festspiele und seit 2006 künstlerischer Leiter des ChorWerk Ruhr. Er dirigierte über 200 Uraufführungen der namhaftesten Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit etlichen Jahren, auch im Zusammenhang mit seinem 3-jährigen Aufenthalt in Nepal, beschäftigt er sich intensiv mit der unmittelbaren Wirkung von Musik und hat viele der aus dieser Forschung entstandenen Projekte mit dem ChorWerk Ruhr realisiert. sumnima.arts ist ein Label, unter dem künstlerische Produktionen und Artefakte der unterschiedlichsten Sparten entstehen. Die Verwendung eines Labels anstatt eines Namens dokumentiert das Bedürfnis, sich im Gegensatz zu einer, an ein Individuum gebundenen Autorenschaft, im Zusammenspiel aller geistverwandten Kräfte wirkend zu verstehen. sumnima.arts befindet sich in einem permanenten Fluss der Forschung und die künstlerischen Produktionen stellen ausschnitthafte Einblicke bzw. Kristallisationspunkte in diesem Fluss dar, die sich in Tanz, Gesang, Klangerzeugung, Objekten, Installationen und Film konkretisieren. < zurück |
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