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          Vorträge und Workshops    Referenten

          Freitag, 09.05.2014    Samstag, 10.05.2014


STADTKLANGNETZ-KONFERENZ 2014
Veranstaltungen am Freitag, 09. MAI 2014




Freitag, 09.05.2014, 10:00 - 13:00 Uhr

Rhythmen und Maschinen
Workshop
Pappe, Puls und Patterns
Analoges Sequenzing mit Plattenspielern und Lichtsensoren

Ralf Schreiber und Christian Faubel (Medienkünstler, Köln)

Eine spielerische Einführung in die elektronische Tonerzeugung und Automatisierung von Klangabfolgen. Jeder Teilnehmer des Workshops kann einen simplen, analogen und lichtempfindlichen Synthesizer basteln und löten. Mit einem Plattenspieler und aufgelegten Pappschablonen können mit dem Gerät sich wiederholende Rhythmen gespielt werden.

Es sind keine elektronischen Vorkenntnisse nötig.

Alter: ab 12 Jahre
Teilnehmerzahl: max.15

Anmeldung per Email an skn[at]televisor.de

Teilnahmegebühr für den Workshop (inkl. Material): 10 Euro, für Teilnehmer der StadtKlangNetz- Konferenz inklusive.

Ort: Literaturhaus · Saal



Freitag, 09.05.2014, 14.00 – 14.30 Uhr

Begrüßung

Michael P. Aust (StadtKlangNetz-Konferenz), Thomas Baerens (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen), Barbara Foerster (Leitung Kulturamt Köln), Prof. Dr. Heinz Geuen (HfMT Köln), Louwrens Langevoort (Intendant Kölner Philharmonie), Daniel Mennicken (ON – Neue Musik Köln)

Einführung

Thomas Gläßer (Musiker, Programmleitung StadtKlangNetz-Konferenz)

Kurze Einführung in Programm, Konzeption und Grundfragen der Konferenz.



Freitag, 09.05.2014, 14:30 - 15:15 Uhr

Impuls #1
Vortrag
Stimulation und Simulation – Überlegungen zu einer Theorie von Rhythmus und Metrum als kulturelle Praxis

Dr. Julian Caskel (Musikwissenschaftler, Universität zu Köln)

Rhythmus und Metrum umfassen Aspekte der Stimulation (da sie unmittelbare körperliche Reaktionen wie Tapping oder Mitzählen auslösen) wie auch der Simulation (z.B. da regelhafte metrische Pulsationen auch psychologische Projektionen darstellen). Das Begriffspaar aus Stimulation und Simulation ermöglicht es, aktuelle kulturwissenschaftliche Argumente einer allgemeinen Rhythmus- Theorie zusammenzufassen und auch kritisch zu hinterfragen. Insbesondere sollen auch solche Begriffsverwendungen betrachtet werden, in denen der Aspekt der Simulation verstärkt scheint: Dies geschieht einerseits, wenn Rhythmus in zeitliche Dimensionen ausgedehnt wird, die jenseits der psychischen Präsenzzeit liegen (wie z.B. in der Rede von einem Rhythmus geschichtlicher Epochen), andererseits, wenn die Frage gestellt wird, ob Rhythmus eine gleichwertige räumliche Dimension besitzt. Dieser philosophische Aufriss kann abschließend in eine pädagogisch wie performativ relevante Rhythmuskonzeption überführt werden, indem Repetition (Bestätigung) und Dissonanz (Störung) als Grundkategorien rhythmischer Praxis diskutiert werden.

Ort: Literaturhaus · Saal



Freitag, 09.05.2014, 14.30 – 15.15 Uhr

Fokus ACHT BRÜCKEN
Werkstattgespräch zum Schulprojekt
Ligeti getanzt

Mit Prof. Dr. Corinna Vogel (Musik- und Tanzpädagogin HfMT Köln), Dr. Johannes Voit (Referent für Musikvermittlung KölnMusik), Katharina Horrichs und Franziska Prüger (Lehrerinnen, Integrierte Gesamtschule Paffrath), Studierenden der HfMT Köln

Moderation: Thomas Gläßer

Das Education-Programm des Festivals ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Vermittlung der Musik des Komponisten György Ligeti, dessen erfindungsreiches Werk u.a. mit Impulsen aus der elektronischen Musik, mit Klangflächen, Mikropolyphonie und mikrotonalen Erweiterungen experimentiert. Das Schultanzprojekt "Ligeti getanzt" verknüpft nicht nur verschiedene Zugangsweisen zu Ligetis komplexer Musik, sondern auch verschiedene Ebenen der Vermittlung: SchülerInnen lernen von Studierenden, die von Profis lernen.

Insgesamt 9 Studierende, die an der Hochschule für Musik und Tanz Köln „Elementare Musikpädagogik" mit viersemestriger Ausbildung in Bewegung / Tanz bzw. im Mastermodul „Tanz in Schulen“ studieren arbeiten mit Schülerinnen und Schülern tänzerisch zu Ligetis Musik. Die Unterrichtseinheiten werden professionell begleitet, in einem Begleitseminar vorbesprochen und im Anschluss an die Durchführung reflektiert.

Zunächst lernen die Studierenden die Musikstücke kennen und entwickeln dazu Improvisationsideen, Impulse und Choreographien für die Arbeit mit den Schulklassen. Ausgehend von Bildern (z.B: 'Szene im Park'), Titeln wie „En suspense“ (Assoziation: Möglichkeiten des Balancierens mit und ohne Objekt) oder abstrakten Rahmungen (z.B. "acht Bewegungen, um auf den Boden zu kommen") entwickeln die SchülerInnen eigene Bewegungsideen. Andere Stücke sind von den Studierenden fertig choregraphiert, bevor die SchülerInnen sie erlernen. Dieser Wechsel zwischen dem Interpretieren vorgegebener Bewegungsabläufe und Ideen einerseits sowie dem eigenen Erfinden und Gestalten andererseits bietet eine ausgewogene Balance künstlerischer Schaffensprozesse.

Das Werkstattgespräch widmet sich Struktur und Durchführung des Projekts genauso wie den künstlerischen und methodisch-didaktischen und lotet dabei den Raum zwischen Anspruch und Wirklichkeit solcher Vermittlungsprojekte aus.

Ort: Literaturhaus · Seminarraum



Freitag, 09.05.2014, 15.45 – 17.15 Uhr

Impuls #2
Workshop
The Sensibility of Rhythm
Robyn Schulkowsky (Perkussionistin & Komponistin, USA / Berlin)

"Music is not the product but the experience". Diesem Motto folgt der Workshop mit der weltbekannten Musikerin Robyn Schulkowsky, die als abenteuerlustige und unermüdlich explorative Perkussionistin und Komponistin zentrale Perkussionswerke des 20. und 21. Jahrhunderts uraufgeführt oder aufgenommen hat, mit Komponisten wie John Cage, Karl-Heinz Stockhausen, Morton Feldman oder Iannis Xennakis genauso zusammenarbeitet(e) wie mit den Jazzmusikern Joay Baron oder Nils Petter Molvaer, der Choreographin Sasha Waltz, dem ghanaischen Meistertrommler Kofi Ghanaba oder dem bildenden Künstler Günther Uecker.

Der StadtKlangNetz-Workshop knüpft an ihre weltweite RhythmLab-Arbeit an, mit der sie Menschen die Faszination des Hörens, ein Verständnis für Rhythmus und Puls und die differenzierten Klangmöglichkeiten der Schlaginstrumente nahe bringt. Musik, Klang, Bewegung und die Arbeit mit eigens entwickelten Perkussionsinstrumenten fließen dabei ineinander, um das Erlebnis Rhythmus lebendig werden zu lassen.

Auch wenn der Workshop auf Deutsch stattfinden wird, klingt es in Robyns Muttersprache am schönsten: "Based on experiences with musicians - composers, improvisers, interpreters - and exercises based on my own rhythmlab workshops over the years, we will listen and play in and out of time, reflecting on the rituals of the 1980's music scene in Köln* and the newer hard techno beats of Berlin, muffled silence of the streets, and the rhythms of our own lives." * Walter Zimmermann, Beginner Studio, Ensemble Sequenzia, Mauricio Kagel, Classroom 101, WDR Nachtmusik or the Feedbackstudio!

Ort: Literaturhaus · Saal



Freitag, 09.05.2014, 15.45 – 16.30 Uhr

Musik in Bewegung
Vortrag und Projektpräsentation
Rhythmus- und Performanceprojekte mit sozial benachteiligten Jugendlichen

Dr. Dierk Zaiser (Vertretungsprofessur Rhythmik, Musikhochschule Trossingen)

Mit Rhythmus- und Performanceprojekten werden sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Stadt sichtbar. Sie erhalten Zugang zu außerschulischer musikalischer Bildung, nehmen aktiv am Kulturleben des Gemeinwesens teil und werden als Bereicherung wahrgenommen. Das gemeinsame Dritte der Teilnehmenden und des Publikums ist der Rhythmus in der musikalischen Handlung und Wahrnehmung. Kommunikative Begegnungen über die Musik finden in Proben- und Auftrittssituationen statt und sind Anlass für gegenseitige Verständigung und konstruktive Auseinandersetzung. Die Medien kommentieren und verbreiten Ideen und konzeptionelle Ansätze. Das Interesse der Jugendlichen und der Öffentlichkeit wird durch das künstlerische Auftreten mit selbst gestalteten Klangobjekten aus Alltagsmaterialien, durch elektronische Klangerzeuger sowie durch ungewöhnliche Auftrittsorte verstärkt.

Ort: Literaturhaus · Seminarraum



Freitag, 09.05.2014, 16.30 – 17.15 Uhr

Fokus ACHT BRÜCKEN
Gespräch
Afrika – Sehnsucht, Zerrbild, Inspiration?

Dr. Rainer Polak (Musikethnologe, HfMT Köln), Anne Weber-Krüger (Konzertpädagogin, HfMT Köln); Moderation: Thomas Gläßer

Afrikanische Kultur steht in Europa auch in Zeiten der Globalisierung noch für Ursprünglichkeit und Rhythmus. Dass solche Projektionen oft am Alltag und den Perspektiven der Menschen in Afrika vorbeigehen, ist bekannt. Der Musikethnologe und Djembe-Spieler Rainer Polak plädiert dennoch dafür, die hierzulande große Begeisterung für afrikanische Trommelkunst pädagogisch ernst zu nehmen: Die Impulse einer nicht-schriftlichen, körper-, polyrhythmisch- und gemeinschaftsorientierten Musikvermittlung wären wünschenswert! Können deutsche Musikhochschulen dies aufgreifen, ohne die Ansprüche eines differenzierten, realistischen und künstlerisch ambitionierten Verständnisses afrikanischer Musikformen zu verletzen? Welches Wissen ist dazu nützlich und wer kann es vermitteln? Im Rahmen des Festivals ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln erarbeiten die Konzertpädagogin Anne Weber-Krüger und Rainer Polak zusammen mit dem burkinischen Ensemble Afro Faso Jeunesse und Studierenden der Hochschule für Musik und Tanz ein Mitmach- und Familienkonzert. Das interkulturelle Vermittlungsprojekt bildet den Ausgangspunkt des Gesprächs.

Ort: Literaturhaus · Seminarraum



Freitag, 09.05.2014, 17.30 – 18.30 Uhr

Rhythmen & Maschinen
Lecture Performance
Loop, Groove und Geometrie

Florian Meyer (Künstler, Musiker & DJ, Karlsruhe)

Ringelpiez mit Anfassen - Notation und Ergonomie zirkulärer Sequenzierungssysteme Für Musikformen, in denen Wiederholung oder Loopstrukturen ein konstitutives Element sind, ist der Kreis eine grafisch naheliegende Darstellungs- und Notationsform. Ihre Ausprägungen, Beschränkungen und Möglichkeiten sind Gegenstand der Präsentation.

Durch die Jahrhunderte gab es immer wieder Ansätze zirkulärer Notation, welchen die verfügbaren Aufschreibesysteme jedoch Grenzen setzten. Computer kennen diese Grenzen nicht. Sie ermöglichen, ähnlich einigen mechanischen Ansätzen, die Grenzen zwischen Notation, Sequenzierung und Synthese verschwimmen zu lassen.

Florian Meyer sammelte Erfahrungen mit der mechanischen 8-Spur drum machine "Octogrammoticum", welche er vor 15 Jahren mit seinen Kollegen vom Institut fuer Feinmotorik entwickelte. Dabei gelangte er zu der Überzeugung, dass die zirkuläre Notation bei bestimmten Arten von Musik entscheidende Vorteile bietet. Er dehnte seine Forschung daher auf den Bereich der Software und der modernen elektronischen Interfaces aus. In seiner Lecture Performance wird er sowohl Ergebnisse dieser eigenen Forschung zu Gesicht und Gehör bringen als auch historische Beispiele und interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet vorstellen.
































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